Das Wochenende verlief unauffällig, bis auf eine kleine Performance-Party. Die erste meines Lebens, hoffentlich nicht die letzte. Grundregel: Jeder muss etwas performen! Mit zwei Kolleginnen performte ich einen Witz, die Leute haben etwas gelacht, applaudiert, nach acht Sekunden war alles vorbei. Andere tanzten, sangen, erzählten Gedichte, ließen sich umarmen, standen einfach nur da und einer lieferte den Brüller des Abends: Jesko Friedrich. Dem ein oder anderen eventuell schon mal als Johannes Schlüter über den Bildschirm gelaufen (NDR Fernsehen, Extra 3, Donnerstags 23Uhr).
Sehen Sie es hier in Farbe:
Jesko eröffnete seinen Vortrag mit “Ich habe zehn Jahre Germanistik studiert. Bis mir das Arbeitsamt sagte, dass es keine Jobs für Germanistikstudenten gebe.” Grandios, ich lag am Boden. Was folgte waren Zitate und Auszüge diverser gedruckter Wörter, die einem Germanistikstudenten während des Studiums so begegnen. Herrlich. Dr. Med. Eckart von Hirschhausen auf Germanistik.
Weil dieser Mensch mehr als ein Lob wert ist, heute kleine Fragen an Jesko Friedrich, die er nach eigener Aussage “gerne beantwortet” hat:
1. Was wolltest du denn mal werden, dass du Germanistik studieren musstest?
J: Unter uns: Germanistik ist ein klasse Studium für Leute, die noch nicht so genau wissen, was sie mal machen wollen.
2. Du bist dann per Praktikum zu Extra Drei gekommen, arbeitest dort als Autor und Schauspieler. Mittlerweile hat deine Figur Johann Schlüter eigene Fanclubs bei StudiVZ. Problematisch, dass die Figur stärker wahrgenommen wird als der Meister, der sie spielt?
J: Nein, gar nicht! Der Schlüter ist ja der interessantere Typ von uns beiden. Check ihn aus bei Youtube! Was der schon alles gemacht hat! Bushpilot, Verbrennflaggenhändler, rechte Hand des Teufels, innerer Schweinehund… und ich hab halt nur Germanistik studiert.
3. Welcher Schlüter ist dein liebster?
J: Der durchgeknallte Regisseur von SPDirb langsam. Oder der Neandertaler, der vor 25000 Jahren (Jubiläum!) das Frauenbild der CSU erfunden hat.
4. Ernsthaft gemeinte Frage, die nicht zwangsläufig ernsthaft beantwortet werden muss: Wie geht’s mit der Großen Koalition weiter?
J: Die werden sich irgendwie bis zur nächsten Wahl durchwursten. Stichwort: Diäten, Ministerposten und unverschämt hohe Pensionsansprüche. Aber eine Fortsetzung der Großen Koalition will keiner der Beteiligten. Dann lieber der Seniorpartner mit FDP oder Grünen sein. Wahlausgang bestimmt wieder knappe Kiste! Bin schon gespannt!
Es dankt für die Antworten: ich.
Zum Schluss Jesko’s Lieblings-YouTube-Clip:
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