Angeblich laufen StudiVZ die Leute weg, MySpace hat sich in Deutschland nie so durchsetzen können und mit Facebook steht das nächste große Social Network in den Startlöchern um Deutschland zu erobern. Und, Hilfe, ich bin auch noch überall angemeldet.
Frag’ ich mich: Wer wird sich durchsetzen? Zwei sehr pfiffige (ja, dieses Wort in diesem Zusammenhang bringt ein bisschen Nostalgie in dieses neumodische Zeugs) junge Leute beobachten in ihrem Blog “Zweinull.cc” sehr ausführlich die sozialen Netzwerke.
Einen davon habe ich ein paar Fragen zum StudiVZ, Facebook und soziale Netzwerke geschickt.
heute: kleinefragen an Michael Osl
1. Wie schätzt du es ein: Wird sich StudiVZ auf Dauer gegen Facebook halten können?
Das ist schwer zu sagen. StudiVZ wird meiner Meinung nach auch in nächster Zeit ihren Kernmarkt der Schüler und Studenten im deutschsprachigem Raum dominieren. Langfristig gesehen stellt aber die fehlende Internationalität in meinen Augen das größte Problem dar: Will man sich zum Beispiel nach einem Auslandsaufenthalt mit Freunden und Bekannten aus anderen Ländern vernetzen, so führt heute fast kein Weg mehr an Facebook vorbei. So halte ich es für möglich, dass auch hierzulande immer mehr User erst einen Zweitaccount bei Facebook anlegen und früher oder später dann ganz wechseln, wenn sie sich erst an die technisch wesentlich vielfältigeren Möglichkeiten dort gewöhnt haben und diese nicht mehr missen möchten. Ich denke auch in der Facebook-Zentrale wird man erst mal abwarten, wie sich die Dinge entwickeln. Sollte sich der Erfolg nicht von selber einstellen, dann halte ich auch eine Übernahme von studiVZ nicht für völlig ausgeschlossen.
2. Was hat StudiVZ richtig gemacht – warum funktioniert es so gut?
StudiVZ hat es verstanden, zur richtigen Zeit mit der richtigen Strategie für (mediales) Interesse zu sorgen, wenn auch manchmal mit zumindest fragwürdigen Mitteln. So wurde innerhalb kurzer Zeit die notwendige kritische Masse an Usern erreicht, die einen sich selbst verstärkenden Sog verursachte, der von ganz alleine für Wachstum sorgte. Diese große Anzahl an hinterlegten Profilen ist letztendlich auch das einzig wirkliche “Killer-Feature” von studiVZ.
3. Wieso verliert MySpace so arg an Bedeutung?
Ich denke nicht, dass MySpace an Bedeutung verliert. Auch wenn das mediale Interesse etwas nachgelassen hat, so kann man zum Beispiel am Alexa-Graph erkennen, dass die Seite ein bis heute anhaltendes, konstantes Wachstum hinlegt. Als Plattform für Musiker und Kreative wird sich MySpace meines Erachtens nach auch weiterhin neben Facebook behaupten können.
4. Haben neue Communitys überhaupt noch eine Chance sich gegen diese Bollwerke durchzusetzen?
Für Communitys, die sich in Nischen platzieren oder nur in einer bestimmten Region tätig sind, wird es immer die Möglichkeit geben, in ihrem Segment erfolgreich zu sein. Für ein allgemeines Standard-Social-Network hingegen, welches ohne innovative Funktionen daherkommt, dürfte es allerdings extrem schwer sein, sich auf dem mehr als gesättigten Markt der Social Networks heute noch zu behaupten.
5. Wie siehst du die Rolle der heutigen Web 2.0 Angebote in fünf Jahren?
Von der heutigen Fülle an Web 2.0-Angeboten werden nur noch die größten und erfolgreichsten ihrer Art übrig sein. Alle anderen werden bis dahin entweder aufgegeben haben oder von Konkurrenten übernommen worden sein. Allerdings sind für ein sich so rasant veränderndes Medium wie dem Internet fünf Jahre in meinen Augen ein zu langer Zeitraum, um vernünftige Prognosen abgeben zu können. Zum Glück bleibt deshalb alles so wie es war: Irrsinnig spannend
![]()
Für die Antworten dankt wie immer ausführlichst: ich.
Post a Comment